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Poolblau, Hibiskuspink, Papageienbunt: beim Blick auf Leif Trenklers Gemälde möchte man sofort die Sonnenbrille aufsetzen, so strahlen einen die Veranden, die reflektierenden Wasserflächen und tropischen Pflanzen an, die der 61-Jährige mit Ölfarben auf Birkenholz malt.

Fast meint man, die Sommerhitze spüren, den Duft der Blüten riechen zu können. Sein einzigartiger Umgang mit Licht und Farbe machte Trenkler zu einem der Vor- reiter der Neuen Figuration in Deutschland. Doch der Künstler, der an der Frankfurter Städelschule und an der Düsseldorfer Kunstaskademie studierte und heute in Köln lebt, ist mehr als technisch brilliant. Als wüsste er genau was wir sehen wollen, zieht er uns in seine lichten Szenerien hinein und spie- gelt Sehnsüchte in Schwimmbädern und modernistischer Architektur. Auch unseren Wunsch nach einem Ruhemoment inmitten eines paradiesischen Gartens scheint er zu erahnen. Besonders spannend wird es, wenn impressio- nistisch getupfte Natur und Bungalow-Kanten aufeinandertreffen, «wenn er die Stahl-Glas-Konstruktion einer Veranda in den weich wogenden Dschun- gel hineinragen lässt oder mit dem grellweißharten Betonrand eines Swim- mingpools die brodelnde Natur wie mit einem Querstrich in die Schranken weist», wie Feuilletonist Gottfried Knapp in einem Essay des Bildbandes schreibt, der Arbeiten von Leif Trenkler aus rund 20 Jahren bündelt. Eine flirrende Liebeserklärung an den ganz sicher  bevorstehenden Sommer. 

LEIF TRENKLER. BEAUTY
März 2021, Deutsch / Englisch, 144 Seiten, 

113 farbige Abbildungen, 35 Euro, Hirmer Verlag, hirmerverlag.de 

© LEIF TRENKLER