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Vor der Küste Mahóns

 

Bis vor knapp 50 Jahren noch ein Krankenhaus zur Behandlung von Patienten, heute eine Galerie für Kunst. Die Rede ist von der jüngsten Ausstellungsstädte Hauser & Wirths auf Illa del Rei, einer etwa 40.000 m2 großen Insel vor der Küste Mahóns. Designt wurde hier ein immersives Erlebnis für Kunst. So begrüßt eine pinke Skulptur des Künstlers Franz West Besucher bereits beim Verlassen des Shuttlebootes und setzt mit ihrem farblichen Kontrast zur umliegenden Vegetation den Ton für den Aufenthalt auf der Insel. Dabei ist sie eine von sechs weiteren Skulpturen von bekannten europäischen Künstlern des 20. Jahrhunderts, die Gäste gemeinsam mit dem von Piet Oudolf angelegten Garten auch außerhalb der Ausstellungsräume betrachten können.

Zelebriert wird die Eröffnung der neuen Galerie mit einer Ausstellung des Künstlers Mark Bradford. ‚Masses and Movements‘ dreht sich wie viele Arbeiten des Kreativen um den Zusammenhang zwischen herrschenden Grenzen und Machtstrukturen und der Unterdrückung marginalisierter Gemeinschaften, eine Thematik, die er auf Menorca durch eine

Das Education Lab von Mark Bradford und den Schülern der Escola d’Art de Menorca bei Hauser & Wirth Menorca © Mark Bradford. Courtesy of the artist und Hauser & Wirth. Foto: Daniel Schäfer

Mischung aus sowohl Skulpturen als auch Leinwand- und Wandbildern behandelt. „Mit der Schließung von Geschäften und Schulen und der Schließung von Ländergrenzen im Jahr 2020 begann jeder zu verstehen, welche Macht in den Linien auf unseren Karten steckt. Wir glauben, dass Karten dazu da sind, uns ein Gefühl der Sicherheit in Bezug auf den Ort zu geben, aber es ist erstaunlich, wie schnell sich das geändert hat“, erläutert der kalifornische Künstler.

Für das Education Lab, einem Ort für Ausstellungen, aber auch Bildungszwecke, setzte sich der Künstler in Zusammenarbeit mit Schüler*innen der Escola d’Art de Menorca mit der globalen Flüchtlingskrise auseinander. Die resultierende Arbeit ist dabei auch gleichzeitig ein Zeichen für die Kollaboration Bradfords mit der Non-Profit Organisation PILAglobal.

Damit schließt sich die Ausstellung den sozialen Bestrebungen der Galerie an, die ihre positiven Einflüsse auch mit Hinblick auf die Umwelt durchsetzen möchte. Dabei arbeiten sie nicht nur mit dem Menorca Preservation Fund zusammen, sondern implementierten das Konzept auch im Design der Galerie, wie etwa durch Umkehrosmose-Wasseraufbereitung und der energieeffizienten Kühlung der Gebäude. Das Ergebnis ist also nicht nur ein Ort für Kunst, die es möglich macht, die Welt zu hinterfragen, sondern ein solcher, der aktiv dazu anregen soll.