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Accidentally Wes Anderson

Werke wie »The Royal Tenenbaums« und »The Grand Budapest Hotel« haben Wes Anderson zur Legende gemacht – und Fans inspiriert, Fotos im Stil des Kultregisseurs zu inszenieren.

Alles begann mit einem Instagram-Profil: 2017 eröffnete Wally Koval den Account »Accidentally Wes Anderson« – mit dem Ziel, beson- dere Flecken zu finden, die er und seine Frau bereisen könnten. Drei Jahre und tausende Posts später ist aus der Sammlung ein gleichnamiger Bildband entstanden. Gezeigt werden viele historische Orte, aber auch nos- talgische Details. Hinter den skurril-schönen Fotos, die alle mit der Ästhetik des US-amerikanischen Filmemachers spielen, stecken interessante Geschichten und Informationen. Wie zum Beispiel die über die Metrostation Kaeson im nord- koreanischen Pjöngjang. Eine Fahrt zum Bahnsteig dauert auf der 65 Meter langen Rolltreppe mehr als drei Minuten und ist untermalt von Musik und Propaganda. 

©Giulia Mulè

@thesilvercherry

An anderer Stelle ist der Wohnkomplex »Choi Hung« in Hongkong zu sehen, der für knapp 43.000 Menschen gebaut wurde – als größte soziale Wohnsiedlung der Welt. Mal sind es die Farben, mal eine perfekte Symmetrie, die den Charme der Aufnahmen ausmachen. Zudem wimmelt das Buch von Geheimtipps zwischen Nordeuropa und Südasien. Selbst Wes Anderson, der das Vorwort schrieb, möchte sich keinen dieser Spots ent- gehen lassen. Bis es so weit ist, dass wir seinen neuesten Film »The French Dispatch« sehen können, der pandemiebedingt auf unbestimmt verschoben wurde, erfreuen wir uns an der liebevollen Hommage an seinen Look.

 

Accidentally Wes Anderson von Wally Koval. 368 Seiten,
28 Euro. DuMont. dumont-buchverlag.de