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IDEAT Magazin Deutschland

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Mutiger Mix: Ölgemälde trifft Surfbrett-Skulptur, zartes Rosa auf Knallgelb: Charlottes Inszenierungen kommen, wie hier im Wohnbereich, mit leichter Hand daher und werden von einem Farb- und Formencode zusammengehalten. Das Sofa Julep von Jonas Wagell (Tacchini) passt jedenfalls perfekt zu den dickbäuchigen Vintage-Sesseln Pacha von Pierre Paulin (Gubi). Die ­Vorhänge sind aus dem Stoff Beau Monde II (Pierre Frey).

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Home Story: Villa Kunterbunt

London

Im beschaulichen Viertel Chiswick schuf Architektin Charlotte Lilford ein Nest für sich, ihren Mann Charles und die fünf Kinder. Fest stand: Wild und fröhlich sollte es werden, aber chaotisch auf gar keinen Fall! Durch das Spiel mit Farben und Inseln in offenen Räumen entstand ein modernes Bullerbü mit reichlich Glamour. 

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Charlotte und Charles Lilford mit ihren Kindern Gaston, Fantine, Gustave und Léonce (v. l.). Baby Césaire wohnt auf diesem Foto noch in Mamas Bauch.
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Please come in! Im Eingangsbereich wartet eine Bank von Maisons du Monde darauf, dass kleine Leute sich Boots und Gummistiefel an- und ausziehen. Bestickte Kissen (CSAO), Tapete Happy Monkey (Pierre Frey), poppige Fransenleuchte (Honoré), Papierhängeleuchten Formakami JH4 und JH5 von Jaime Hayon (&Tradition). Auf dem Boden: unkaputtbarer Terrazzo.

Fünf Kinder – und kein Fernseher? »Doch, den gibt es, aber sicher nicht in unserem Wohnzimmer«, sagt Charlotte Lilford schmunzelnd. »Wir gucken lieber ins Kaminfeuer.« So eine Antwort mag man von einem älteren Ehepaar, das Gemütlichkeit zelebriert, erwarten – aber von einem Paar mit Kids zwischen eins und elf, also im besten Peppa Wutz- bis Famous Five-Alter? »Der Raum ist das Herzstück des Hauses, hier verbringen wir die meiste Zeit«, sagt Charlotte. »Jeder kann seinen Dingen nachgehen, zugleich mit den anderen verbunden sein und von seinem Tag erzählen.«

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London unter Palmen: An der viktorianischen Fassade der Doppelhaushälfte wurde bis auf die Dachfenster kaum was ­verändert.
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Privatkonzert: Die Klaviernische avancierte durch ­raffinierte Raumtrenner aus Eiche zum Musizierraum. An der Wand tanzt ein Schwalbenschwarm aus Keramik (A Vida Portuguesa) wie die Noten auf dem Papier. Wandteller ­(Fornasetti).

Die perfekte Familienzentrale wurde Charlotte aber nicht auf dem Silber­tab­lett serviert – sie musste sie selbst erschaffen. Als die Französin und ihr Mann Charles ihr Haus in West London entdeckten, fanden sie muffigen Plüschteppich, klaustrophobische Gitter an den Fenstern sowie im Erdgeschoss die brave Aufteilung Küche, Wohnraum, Esszimmer vor. Doch ihnen gefielen der quadratische Grundriss und die grüne Umgebung. Ihr Viertel Chiswick wird durch seine vielen Gärten, viktorianischen Häuser und schicken Pubs geprägt.

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Have a Seat: Im Herzstück des Hauses laden die Samtstühle Beetle von GamFratesi (Gubi) rund um den XL-Tisch zu geselligen Spieleabenden ein. Dahinter ­öffnet sich die komplett verglaste Rückwand des Anbaus zum Garten mit massivem Outdoortisch – und Basketballkorb.

»Im Haus selbst war seit den 1980er-Jahren nichts mehr gemacht worden«, erinnert sich Charlotte und lacht: »Gut für uns, denn so sprangen die Mitinteressenten schnell ab!« Als Architektin mit eigenem Büro konnte sie die in die Jahre gekommene Villa nicht schrecken. In nur acht Monaten wurde daraus ein Familienpalast mit sechs Schlafzimmern und vier Bädern: Gaston, 11, Fantine, 10, Gustave, 8, Léonce, 6, und Baby Césaire haben jeweils ihren eigenen Bereich. Dafür wurden aus den ursprünglich 150 Quadratmetern 260, indem sie an der Rückseite sowie seitlich des Ge­bäu­des Anbauten hinzufügte und das Dach ausbaute. 

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Fertig mit Klavierüben? Dann geht’s aus der Piano-Ecke ab aufs Sofa im Salon mit dem schönen Erker.
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 »Der traditionelle französische Stil ist elegant, aber gedämpft. Wir aber wollten ein Zuhause, das Spaß macht«, sagt Charlotte Lilford, hier schwanger mit ihrem fünften Kind Césaire. Die Lotusblatt-Skulptur über ihr stammt aus einem Londoner Kino. Marmorkonsole (Maisons du Monde). (Foto Credits: Benedicte Drummond)
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Die Stufen zur Dachetage sind im mattschwarzen Farbton Off-Black (Farrow & Ball) gestrichen. Rundherum darf sich die Tapete Happy Monkey (Pierre Frey) austoben
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Die Küche zieren die Leuchten Feuille Philo (Honoré) und Barhocker Jort (Zuiver). Rechte Seite Am Tisch Mayra (AM.PM) herrscht immer Urlaubsstimmung. Die Stühle Beetle wurden mit dem Samt Opera bezogen (Pierre Frey). Strohleuchte von Abigail Ahern.

Dem viel zitierten Düs­ter­wetter Londons trotzte Charlotte innen mit einer warmen Farbskala von Terrakotta bis Rosa, tropischen Tapeten, Strohleuchten und bunten Zellige-Tonfliesen – ein kleines Stück Marokko im britischen Chiswick. »Als ich aufwuchs, lebte ich in kalten Ländern wie Schweden, daher habe ich wohl das Bedürfnis, die Sonne ins Haus zu holen«, sagt die 41-Jährige.

Natürlich sollte sich auch die südafrikanische Heimat ihres Mannes in der Einrichtung spiegeln. Aber es gibt noch einen Grund, warum sie ihr Haus in Farbe tauchte: »Ich kann doch von meinen Kunden nicht erwarten, dass sie Spaß an ihrem Interieur haben, wenn ich mich selbst bei mir nicht austobe!« Und so strotzt ihr Nest nur so vor verspielten Designideen, von der Neonschrift im Entree über die Palmen im Essbereich bis hin zum türkisgrünen Kabinenbett von Sohn Gaston.

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Am Tisch Mayra (AM.PM) herrscht immer Urlaubsstimmung. Die Stühle Beetle wurden mit dem Samt Opera bezogen (Pierre Frey). Strohleuchte von Abigail Ahern.
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Das Ensuite-Bad ist mit Fliesen aus Marokko im Ton der Wandfarbe Sunbaked Terracotta (Dulux) ausgestattet. Der Sessel trägt den Bezugsstoff Maquis (Lelièvre). Leuchte Cosmos (Caravane).
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Im Master Bedroom werden die Nächte zum Trip in exotische Länder. »Viele der tropischen Akzente bei uns spiegeln Charlies südafrikanische Wurzeln wider«, sagt Charlotte. Tapete Nosy Be (Ananbô). Bettwäsche (Carré Blanc), Plaid (Caravane), Leuchte Ilios (Areti).

Wenn sie am Esstisch arbeitet, hat sie die im Garten spielenden Kinder durch die Fensterfront im Blick. Die Tür zum Wohnraum wurde durch eine Glas-Stahl-Konstruktion ersetzt, und das nicht allein für mehr Licht: »In englischen Häusern sehen alle Türen immer gleich aus, von der Toiletten- bis zur Schlafzimmertür. Ich wollte etwas Interessanteres schaffen«, so die Architektin. Ach, und Peppa Wutz und seine Schweine­familie sind im Hause Lilford ab und zu übrigens doch gern gesehene Gäste: »Statt täglicher Berieselung gibt es bei uns gemeinsame TV-Nachmittage.« Deshalb steht der Apparat kindersicher im Elternschlafzimmer. Clever!

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hrankfronten im Ankleide­zimmer sind im Farbton Hague Blue (Farrow & Ball) gehalten. So ­startet man sanft gedimmt in den Tag, nur das Dachfenster sorgt für morgendliche Erleuchtung. Metallgriffe (Dowsing & Reynolds).
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Waschtag: Badewanne Mimi (Lusso), Messingleuchte Cosmos (Caravane), grauer Marmor und handgefertigte Zelliges (Mosaic Factory) ergeben ein harmonisches Ensemble.

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