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Zurück in die Zukunft

 

Karoline Dilitz und Simon Gamper logieren auf zwei Etagen einer Südtiroler Villa. Das alte Gemäuer gab den Grundriss und die pittoreske Kulisse fürs Familienleben vor, doch die Interior-Designerin und der Dermatologe setzten den Boiserien, Butzenfenstern und dunklen Ecken viel Licht und ein interessantes Farbkonzept, aktuelles Design und moderne Kunst entgegen.

Es gibt Häuser, die zwingen ihre Bewohner zum Innehalten. Karoline Dilitz und Simon Gamper waren gerade in die Villa Ultenhof eingezogen, da wollte Gamper mit einem Freund ein großformatiges Bild anbringen. »Die beiden haben alles ausgemessen, gekennzeichnet und dann drauflosgebohrt«, sagt Dilitz und schmunzelt. Mit Erfolg: Gleich zweimal erwischten die Herren die Stromleitung. An das Abendessen unter den fünf Meter hohen Decken erinnert sich die Interior-Designerin noch heute gern. Zu flackerndem Kerzenschein gab es aufgrund des Stromausfalls bestellte Pizza – und gute Gespräche. Entschleunigung auf der Höhe der Zeit.

Dieses Grundgefühl strahlt die Villa, nur einen Katzensprung von der Meraner Altstadt entfernt, noch immer aus. Der Bildungsreformer Armand Freiherr von Dumreicher hatte sie 1899 für seine Frau Adele bauen lassen. Er beauftragte Josef Musch und Carl Lun, ein höchst erfolgreiches Architekten-duo im Meran der Jahrhundertwende. Musch & Lun prägten das Stadtbild vom Theater bis zur Synagoge, aber auch mit zahlreichen Villen, Ferienhäusern und Hotels. Inzwischen ist das denkmalgeschützte Haus in Privatbesitz – und in sechs Apartments unterteilt. Die ersten beiden Etagen bewohnen dabei Simon Gamper und Karoline Dilitz  mit ihren Kindern Lorenz (7) und Lilli (5).

Einen Blick hinter die Tore der Villa, gewährt Ihnen IDEAT in Ausgabe 04/2021. Erhältlich am Kiosk und auf ideat.de.