Selber zum Künstler werden, sich an große Talente erinnern oder geschickt hinters Licht geführt werden: Diese Kunst-Highlights von Potsdam bis Bordeaux machen den Ausstellungsbesuch zu einem Happening.
WUNDERTÜTE

Bei Andrea Branzi (1938–2023) muss man auf alles gefasst sein: auf Memphis-Experimente, Bänke mit Astlehnen und Hunde als Modefuzzis wie Animali Vestiti, 1974. Sein Freund, Pritzker-Preisträger Toyo Ito, vereint 400 Objekte Branzis zu einer sagenhaften Show.
ANDREA BRANZI BY TOYO ITO. CONTINUOUS PRESENT.
Triennale di Milano mit Fondation Cartier, Mailand, bis 04.10.2026.
triennale.org
ACTION-PAINTING

Communitys zu bilden und sozialen Aus-tausch zu fördern, das ist Oscar Murillos Motivation – so auch 2024 in seinem XXL-Malgarten in der Tate Modern. Nun zeigt der Kolumbianer in Potsdam mit neuen, wilden
Abstraktionen wie Tamales (Drawings off the Wall), 2012, dass jeder das Zeug dazu hat, mit Pinsel und Stift kunstvolle Gesten zu schaffen.
OSCAR MURILLO: KOLLEKTIVE OSMOSE.
Das Minsk Kunsthaus, Potsdam, bis 09.08.2026;
Mi bis Mo von 11 bis 18 Uhr: kollektive Zeichnen-sessions auf der Terrasse.
dasminsk.de
BERÜHRENDE HOMMAGE

Rund 180 Objekte fertigte Pauline Deltour – bis sie 2021 unerwartet mit nur 38 Jahren starb: den Hocker Drop (COR, Foto), Obstschalen (Alessi), Outdoormöbel (Offecct) oder ein E-Bike für die französische Post. »Sie war sehr talentiert und extrem lernbegierig«, erinnert sich Konstantin Greic, in dessen Büro sie vier Jahre gearbeitet und der ihre Retrospektive co-kuratiert hat.