Abtauchen im Übersee-Museum Bremen

Die beeindruckende Inszenierung „Der blaue Kontinent – Inseln im Pazifik“ im Übersee-Museum in Bremen

Bestenfalls machen Ausstellungen Besucher zu Entdeckern unbekannter Welten – ob es das Eintauchen in eine Künstlerseele ist oder das Erforschen neuer Kulturen und Phänomene: Das Übersee Museum Bremen versetzt Reisende – pardon – Besucher gleich an den gegenüberliegenden Punkt des Globus – nach Ozeanien.

Aus dem meerblauen Boden der Ausstellungsfläche erhebt sich eine imposante  „Insel“, eine hoch aufragende Konstruktion mit lebenden Pflanzen, inspiriert von den Atollen des Pazifischen Ozeans. Drumherum: Haifische, Sardinenschwärme, Paradiesvögel und riesige Skulpturen – von der meterhohen Haraiga-Maske und dem Salomonen-Boot bis hin zu filigranen Ohrringen und Kämmen.

Camilla Austellung
Ozeanien, Foto: Casson Mann.

 

Durch interaktive Installationen, Klanglandschaften, Gedichte und persönliche Erzählungen erleben Besucher die ganze Vielfalt Ozeaniens und erhalten einen Eindruck von der enormen kulturellen und biologischen Vielfalt auf dieser relativ kleinen Landmasse.

Die Schau wurde vollständig von der Londoner Firma Casson Mann gestaltet, einer international bekannten Agentur für Szenografie und Ausstellungsdesign. Um die Belange der indigenen Bevölkerung und pazifischer Gemeinschaften miteinzubeziehen, holte das Team Samoaner:innen ins Kuratorenteam. Auch das Designkonzept ist von pazifischen Denkweisen geprägt: Land und Meer werden als Einheit betrachtet, so dass die Museums-Reise zu einer abenteuerlichen Expedition zu Land und zu Wasser wird: Da schwappt einem ein digitaler Wasserfall aus Wörtern entgegen, der die erstaunliche Sprachenvielfalt der Inselwelt von Neuguinea verdeutlicht. Inszenierungen von ausbrechenden Vulkanen zeigen wie Inseln und Archipele entstehen. Auch Surfen ist im Überseemuseum kein Problem! Während Besuchende auf dem interaktiven Surfbrett balancieren, erfahren sie mehr über die Bedeutung des Sports in der vorkolonialen Kultur. Selbst Tätowieren ist (imaginär) möglich, wenn man seinen Arm unter die Projektion einer modernen Tätowierpistole hält.

Camimlla Austellung
Hier kann auch auf dem trockenen gesurft werden, Foto: Casson Mann.

 

»Wir fühlten uns von Anfang an verpflichtet, die Besucher zu einem Perspektivwechsel anzuregen und die vielseitigen Stimmen Ozeaniens in

den Vordergrund zu bringen«, sagt Donacio Cejas Acosta, leitender Designer bei Casson Mann.

Ebenso wie die augenscheinliche Schönheit der Inselwelt werden auch Herausforderungen zum Thema: Geschichten von Plantagenarbeit. Handel mit den Federn von Paradiesvögeln. Gefahren der Überfischung. Zudem hallt der Aufruf der pazifischen Klimaaktivisten „We are not drowning; we are fighting!“ durch die gesamte Ausstellung und zeigt, wie traditionelles Wissen im Kampf gegen den Klimawandel eingesetzt wird. The Blue Continent bietet eine eindrucksvolle und zum Nachdenken anregende Reise in eine Region, deren Stimmen und Geschichten gehört werden müssen.

Das Übersee-Museum Bremen

Auf über 10.000 Quadratmetern präsentiert das Übersee-Museum die Kultur- und

Naturräume unserer Erde – von Asien mit seiner Seidenstraße über die afrikanische Savanne bis nach Amerika. Viele Museumsschätze aus der Sammlung warten im Schaumagazin „Übermaxx“ darauf, erkundet zu werden. In der Schau „Spurensuche“ setzt sich das Museum kritisch mit seiner kolonialen Vergangenheit auseinander. Dazu laden meisterhafte Tierdioramen und zahlreiche Mitmachstationen Besuchenden zum Staunen ein.

Neue Dauerausstellung:

„Der blaue Kontinent – Inseln im Pazifik“ im Übersee-Museum in Bremen.  

uebersee-museum.de
cassonmann.com