Anna van den Hövel zeigt „LIFELINES“ in Hamburg

Mit „LIFELINES“ zeigt die Hamburger Galerie Daniel und die Kunst neue Arbeiten der Malerin Anna van den Hövel. Zwischen Gestein, Erde und vielschichtigen Oberflächen entstehen abstrakte Landschaften, in denen sich geologische Kräfte und persönliche Erinnerungen überlagern.

Gebrochene Linien, aufgeworfene Strukturen, Schichten, die sich gegeneinander verschieben: Die Malerei von Anna van den Hövel ist in Bewegung. Ihre Bilder erinnern an zerklüftete Gebirge, verwitterte Küsten und Gesteinsformationen, die über Jahrtausende von äußeren Kräften geformt wurden. Doch was auf den ersten Blick wie eine Erkundung der Natur erscheint, erzählt zugleich von den Spuren, die Orte, Begegnungen und Erfahrungen im Leben hinterlassen. Mit „LIFELINES“ widmet sich die deutsche Künstlerin genau diesen sichtbaren und unsichtbaren Bruchlinien.

Anna van den Hövel l Cherry Blossom Maße_ 35 × 55 cm · 2025 Acryl, Pigmente, Kohle, Lack, Zement
Anna van den Hövel l Cherry Blossom Maße_ 35 × 55 cm · 2025 Acryl, Pigmente, Kohle, Lack, Zement. © Courtesy of the Artist.

Ausgangspunkt ihrer Arbeiten sind nicht allein Farbe und Leinwand. Auf Reisen sammelt van den Hövel Fragmente der Landschaft: Vulkangestein, Erde und Staub, ergänzt durch Materialien wie Kohle, wiederverwendeten Lack und Mörtel. In ihren Gemälden treffen diese Bestandteile aufeinander, bilden neue Schichten, brechen auf oder scheinen beinahe versiegelt. Die Materialität wird dabei selbst zur Erzählung. Jede Oberfläche bewahrt Spuren ihrer Entstehung, jede Vertiefung eröffnet einen neuen Raum.

Anna van den Hövel Vulcano Vesuvio Napoli IV Maße_ 37 × 37 cm · 2025 Acryl, Pigmente, Kohle, Lack, Zement.© Courtesy of the Artist.
Anna van den Hövel Vulcano Vesuvio Napoli IV Maße_ 37 × 37 cm · 2025 Acryl, Pigmente, Kohle, Lack, Zement.© Courtesy of the Artist.

Geboren 1996, ist van den Hövel zwischen München, den österreichischen Alpen und der Küste Menorcas aufgewachsen. Die unterschiedlichen Landschaften und Kulturen, die sie seither auf ihren Reisen erlebt hat, prägen ihre künstlerische Perspektive. Luftbildaufnahmen dienen ihr als visuelles Ausgangsmaterial, das sie in einem prozessorientierten Arbeitsprozess zunehmend abstrahiert. Es entstehen keine naturgetreuen Abbilder, sondern eigenständige Kompositionen aus Licht, Farbe und Textur. Äußere Eindrücke und innere Erfahrungen lassen sich darin kaum voneinander trennen.

Anna van den Hoevel © Felicia Boettcher
Anna van den Hövel im Portrait © Felicia Boettcher.

Der Titel „LIFELINES“ verweist auf geologische Verwerfungen, an denen Kräfte aufeinandertreffen und Landschaften ihre Form verändern. Zugleich stehen die Linien für Einschnitte, Übergänge und Wendepunkte im Leben. In van den Hövels Arbeiten ist der Bruch deshalb nicht allein eine Spur der Verletzung, sondern auch Ausgangspunkt für etwas Neues.

Die Ausstellung „LIFELINES“ ist vom 29. Oktober bis 27. November 2026 in der Hamburger Galerie Daniel und die Kunst am Kaiserkai 30 zu sehen.
danielunddiekunst.com
annavandenhoevelstudio.com