Cortina d’Ampezzo – Sehnsuchtsort zwischen Stil, Sport und Dolce Vita

Ein neuer Bildband über Cortina d’Ampezzo – und die Kunst, den Winter als Lebensgefühl zu begreifen.

Während die ersten Wettkämpfe der Olympischen Winterspiele bereits in vollem Gange sind, scheint der eigentliche Star längst festzustehen: Cortina d’Ampezzo. Die ganze Welt blickt fasziniert auf diese Perle der Dolomiten, die wie kaum ein anderer Wintersportort Eleganz, Lebenslust und landschaftliche Erhabenheit vereint. Nach Peking, Pyeongchang in Südkorea und dem russischen Sotschi, den letzten drei Austragungsstädten, markiert Cortina eine Rückkehr zur reinen Ästhetik – zu einem Wintersport, der immer auch ein gesellschaftliches Ereignis war.

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Der 73 Meter hohe Glockenturm Campanile di Cortina d’Ampezzo ist das Hauptsymbol des Ortes. © Susan Wright.

Pünktlich zum sportlichen Großevent hat der Verlag Assouline, bekannt für seine opulenten Coffee-Table-Bände zu Mode, Kunst, Reisen und Lifestyle, den Band Cortina d’Ampezzo vorgelegt. Schon beim ersten Durchblättern entfaltet sich eine Bildsprache von filmischer Dichte: schneebedeckte Gipfel im sanften Morgenlicht, elegante Hotelterrassen, mondäne Skifahrer in perfekter Pose, dazu historische Momentaufnahmen aus der Blütezeit des internationalen Jetsets.

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Heliskiing mit Neuschneeabfahrten in den Dolomiten. © Buena Vista Images/Getty Images.
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Gipfelglück mit spektakulärem Sonnenuntergang. © Stefano Scatà.

 

Besonders eindrücklich: Helmut Berger, jung, beinahe überirdisch schön, auf einer Steintreppe sitzend, in Fellmantel und schwarzen Stiefeln, der Blick halb gelangweilt, halb herausfordernd an der Kamera vorbei gerichtet. Die 1968 entstandene Aufnahme verdichtet jene Ästhetik, die Cortina in den 1960er- und 70er-Jahren zu einem Sehnsuchtsort von Weltrang machte: eine Mischung aus Dekadenz, Intellekt und lässiger Grandezza.

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Superstars im Skirennlauf: Christl Cranz und Celina Seghi bei der WM 1941 in Cortina d’Ampezzo. © Heinrich Hoffmann/Ullstein Bild/Getty Images.

Zwischen historischen Fotografien und zeitgenössischen Bildstrecken entwickelt sich eine Erzählung, in der Ikonen wie Sophia Loren, Brigitte Bardot oder Aristoteles Onassis eher als flüchtige Gäste denn als Hauptfiguren erscheinen. Gerade diese beiläufige Präsenz verleiht dem Band seinen besonderen Charme: Cortina ist hier kein Schaufenster für Prominenz, sondern eine Bühne, auf der sich Landschaft, Stil und Gesellschaft zu einer eleganten Choreografie verbinden.

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Good old times: mit Krawatte auf Kufen. © imageBROKER/Juergen Lindenburger/Alamy Stock Photo.

Während in diesen Tagen und Wochen Athleten um Hundertstelsekunden und Medaillen kämpfen, feiert dieses Buch die leiseren Seiten des Winters: das Flanieren nach dem Skitag, das warme Licht der Salons, in denen Negronis und Geschichten gleichermaßen zirkulieren. Es lädt dazu ein, sich zurückzulehnen, die Bilder wirken zu lassen und die kalte Jahreszeit aus einer anderen Perspektive zu genießen – stilvoll, entspannt und mit einem Hauch von Cortinas Glamour.

Cortina d’Ampezzo
© Assouline.
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