Drei Kunstausstellungen, große Auftritte in Paris, New York und London

Berühmte Minimalisten, Ruth Asawas geflochtene Welt aus Draht und die wiederentdeckten Pioniere der afrikanischen Moderne. Drei Schauen in Paris, New York und London. Sie werden staunen!

 

Radikal reduziert

 

Minimal 2
© TADAO ANDO ARCHITECT & ASSOCIATES/NINEY ET MARCA ARCHITECTES/AGENCE PIERRE-ANTOINE GATIER/NICOLAS BRASSEUR/PINAULT COLLECTION.

Der Milliardär François Pinault (Luxusgruppe Kering) besitzt eine gigantische Kunstsammlung, aus der er große Teile in seinem Museum Bourse de Commerce in der alten Pariser Börse ausstellt. Diesmal holt er Top-Werke der Minimal Art aus dem Fundus: On Kawaras Datumsgemälde, Robert Rymans monochrom-weiße Quadrate, Richard Serras Stahlplatten und Dan Flavins Neonarbeit Alternate Diagonals of March 2, 1964 (to Don Judd) (Foto oben). Die eindrucksvolle Schau zeigt die Vielseitigkeit der Bewegung, als eine Künstlergeneration ab den 1960er-Jahren begann, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren.

Minimal, Pinault Collection, Bourse de Commerce, Paris, bis 19.01.2026.
pinaultcollection.com

Filigran verwoben

Asawa S.398
© DAN FLAVIN/ADAGP PARIS 2025/COURTESY OF DAVID ZWIRNER,ESTATE OF RUTH ASAWA/2025 MOMA.

Ruth Asawa (1926–2013) schuf jeden Tag Kunst – während ihres Studiums am Black Mountain College und später in ihrer Heimat San Francisco. Dabei arbeitete sich die amerikanisch-japanische Künstlerin am Potenzial simpler Stoffe ab: Aus Draht spann sie kokonartige Stalaktiten wie die Hanging Wire Sculpture (1951) und aus Kordeln amorphe Gespinste. Ihre Retrospektive mit 398 Objekten zeugt von ihrer enormen Schaffenskraft: »Ich interessiere mich nicht so sehr für den Ausdruck von etwas«, sagte sie im Rückblick auf ihre sechs Jahrzehnte lange Karriere, »sondern vielmehr für das, was Materialien leisten können.«

Ruth Asawa. A Retrospective Museum of Modern Art, MoMA, New York, bis 07.02.2026.

moma.org

 

Endlich enthüllt

Kunstausstellungen
© JIMOH BURAIMOH/TATE MODERN.

Gegenwartskunst aus Afrika und der Diaspora erlebt aktuell einen Hype. Afrikas Moderne jedoch blieb davon seltsam unberührt. Obwohl gerade sie doch den nachfolgenden Generationen den Weg ebnete. Am Beispiel von Nigeria stellt jetzt die Tate Modern in einer Megashow vor, was die Szene schon in den 1970er- bis 1990er-Jahren draufhatte: akribische Perlenbilder von Jimoh Buraimoh wie Figural abstract (1973, Foto oben), die Picasso-artigen Porträts von Muraina Oyelami oder das Musterwirrwarr von Twins Seven Seven. Eine seltene Gelegenheit, die Kreativen kennenzulernen, welche die Kunst Nigerias revolutionierten.

Nigerian Modernism Tate Modern, London, bis 10.05.2026,
tate.org.uk