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Film ab & Glück auf!

In Anwesenheit des Bundespräsidenten wurde jüngst die Ausstellung »Der deutsche Film« im Weltkulturerbe Völklinger Hütte eröffnet: einzigartige Location, fantastische Schau.

Zugegeben, die Lage im äußersten Westen des Saarlandes, nicht weit von der französischen sowie Luxemburger Grenze entfernt, ist für die meisten Besucher alles andere als günstig. Doch wie sagte Frank-Walter Steinmeier bei der Eröffnung dieser glanzvollen Ausstellung, die als Höhepunkt des Jubiläums »150 Jahre Völklinger Hütte« in Zusammenarbeit mit der Deutschen Kinemathek in Berlin entstanden ist: »Ich garantiere: Sie werden es nicht bereuen!«

Film Still
Marlene Dietrich in „Der blaue Engel“ 1930
Quelle: Deutsche Kinemathek, Berlin

Das liegt nicht zuletzt am Schauplatz: Die historische Gebläsehalle des ehemaligen Eisenwerks bildet die Kulisse der Schau »Der Deutsche Film von 1895 bis heute«: von der Pionierzeit um 1900, dem Ersten Weltkrieg und den 1920-er Jahren der Weimarer Republik über Nationalsozialismus, Zweiten Weltkrieg und die Filmkultur eines in BRD und DDR geteilten Landes bis hin zum gesamtdeutschen Film nach 1990.

Großleinwände und Monitore sowie mehr als 350 Exponate vom Drehbuch über Kameras und Kostüme zu Projektoren, Plakaten und Starpostkarten laden ein zum Durchwandern einer einzigartigen Filmlandschaft. Zwischen riesigen Schwungrädern und nachtschwarzem Stahl laufen Ausschnitte aus »Metropolis«, dem Klassiker aus dem Jahr 1927 über Industrialisierung, Arbeit, den Moloch Maschine – passend zur Atmosphäre unter Tage! Aber auch Szenen aus »Lola rennt«, »Im Westen nichts Neues« oder ganz aktuell »Das Lehrerzimmer« sind zu sehen. Hinter Glasvitrinen sorgen ikonische Kostüme für Hingucker, wie das Zirkustrikot mit Flügeln aus Wim Wenders »Der Himmel über Berlin« von 1987, die Grusel-Maske und Gummihände, die Klaus Kinski 1979 in Werner Herzogs »Nosferatu« trug oder das Zottelkostüm aus »Toni Erdmann« von 2016.

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Im Westen nichts Neues, 2022, Filmstill
© Netflix / Reiner Bajo 
Werner Herzog bei den Dreharbeiten zu Fitzcarraldo

Regisseur Werner Herzog bei den Dreharbeiten zu „Fitzcarraldo“ 1982
Quelle: Deutsche Kinemathek, Berlin

Wer möchte, kann sich per Museumshandy und Kopfhörer durch die 6000 Quadratmeter führen lassen und tief ins Filmgeschehen abtauchen. Apropos, für Szenen aus »Das Boot« (1980) muss man eine Eisentreppe hinabsteigen, in einen düsteren Raum, der der bedrohlichen Enge eines Unterseeboots entspricht. In der Verdichterhalle wurde als Hommage an den legendären Produzenten Artur »Atze« Brauner (1918-2019) ein Studio-Drehort nachgebaut – für eine Szene aus  »Mädchen in Uniform« (1958) mit Romy Schneider und Lilli Palmer. Zum Abschluss geht’s in einen Kinosaal, in dem Besuchern auf nostalgischen Klappsesseln eine rasante Collage des deutschen Films präsentiert wird. Und der hat »viel mehr Facetten, als man sich vorstellt. Er ist ästhetisch grandios. Er ist politisch wach. Er ist komisch«, findet Rainer Rother, Künstlerischer Direktor der Kinemathek Berlin und Ko-Kurator. Wie gesagt: Es lohnt sich, den Weg in saarländische Völklingen auf sich zu nehmen – und Sie haben Zeit, denn die Ausstellung läuft bis zum 18. August 2024: voelkinger-huette.org

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REQUIEM, 2006, Filmstill
© 23/5 Filmproduktion GmbH
Filmplakat Christiane F Wir Kinder vom Bahnhof Zoo
Filmplakat „Christiane F. Wir Kinder vom Bahnhof Zoo“ 1981
Quelle: Deutsche Kinemathek, Berlin

P.S. Ein weiteres Schmankerl für Cineasten: In der neuen Ausgabe von IDEAT, die am 25. Oktober erscheint, geht es ebenso rund um das Thema Film.

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Der Deutsche Film in der Völklinger Hütte
(Foto Credits: Völklinger Hütte)

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