Wes Anderson: Requisiten-Ausstellung in London

Das Designmuseum London zeigt eine neue Ausstellung mit dem Titel Wes Anderson: The Archives. Seit über 30 Jahren sammelt der Regisseur Requisiten aus seinen Werken. Seine Kollektion beherbergt tausende Objekte und wird nun der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. 

In Kollaboration mit der Cinémathèque Française nimmt das Designmuseum seine Besucher mit auf eine Reise entlang von Wes Andersons berühmtesten Filmen mit dem unverkennbaren Sinn für Bildkomposition und Design. Besucher können hier eine Vielzahl von Storyboards, Puppen, Kostümen und Kurzfilmen bestaunen. Die nahezu unverkennbaren Requisiten erzählen die Geschichte eines außergewöhnlichen Regisseurs und seine Liebe fürs Detail im Design. 

Von „Durchgeknallt“ bis „Der phönizische Meisterstreich“ 

Bekannt ist der 56-jährige Amerikaner für seine künstlerischen, fast theatralisch orchestrierten Filme. Er lässt Welten auf der Leinwand entstehen, die bespickt sind mit offensichtlich handgefertigten und inszenierten Gegenständen. So erscheinen Filmstills mitunter wie ein präzise gestaltetes Bühnenbild wie aus einem Theaterstück. 

Vier Personen sitzen und stehen in einem intensiv roten Aufzug: Zwei Hotelangestellte in violetten Uniformen und Hüten stehen links, während rechts ein elegant gekleideter Mann im Smoking eine ältere Frau in rotem Mantel und schwarzem Hut stützt. Die Szene ist symmetrisch aufgebaut und stark farblich stilisiert.
Filmstill von Das Grand Budapest Hotel (2014). Paul Schlase, Tony Revolori, Tilda Swinton und Ralph Fiennes in Das Grand Budapest Hotel (2014), Bild aus dem Film. Courtesy of 20th Century Studios, Inc. Alle Rechte vorbehalten.

Die Ausstellung ist in Abschnitte aufgeteilt, die jeweils einem Film gewidmet sind. Sie beginnt mit seinem Debüt Durchgeknallt (1996) und zeigt unter anderem Der Fantastische Mr. Fox (2009), Das Grant Budapest Hotel (2014) und Ich sehe was, was Du nicht siehst (2023). Letzterer gewann 2024 den Oscar in der Kategorie bester Kurzfilm. Das neueste Werk Der phönizische Meisterstreich (2025) ist ebenso Teil der Ausstellung. 

Nachdem die zuständige Produktionsfirma die Requisiten seines ersten Films verkaufte, übernahm Wes Anderson die Verantwortung für alle zukünftigen Gegenstände kurzerhand selbst

Wes Anderson, ein Mann mit braunem Anzug, steht vor einem großen, rosa Modell eines Hotels. Im Hintergrund sind aufgemalte Berge mit Schnee.
Wes Anderson vor dem großen Modell des Grand Budapest Hotel. © Matt Alexander/PA Media Assignments

Die Kuratorinnen Lucia Savi und Johanna Agerman Ross kreierten aus seinem Archiv ein einmaliges Ensemble aus dem Erstaunlichen, dem Schönen und dem Wiedererkennbaren der international geliebten Filmwerke. Co-Kuratorin Savi erklärt: »Jedes einzelne Objekt in einem Wes Anderson Film ist für ihn sehr persönlich – es sind nicht einfach nur Requisiten, es sind vollkommene Kunst- und Designwerke, die seine erdachten Welten zum Leben erwecken

Filmgeschichte hautnah

Über 700 Objekte werden im Design Museum ausgestellt. Allen voran kann man das über drei Meter große, zuckerwatten-pinke Modell des Grand Budapest Hotel aus dem gleichnamigen Film bestaunen. Auch das Originalportrait „Boy with Apple“, dessen Besitz es in dem Film zu erringen gilt, kann man sich genauer anschauen. Das zeitgenössische Werk wurde eigens für die Kinoleinwand in Auftrag gegeben und vom britischen Künstler Michael Taylor im Stil der Renaissance angefertigt

Ein Gemälde im Renaissance Stil zeigt einen sitzenden, blonden jungen Mann in edler Kleidung mit roten Ärmeln, einem weißen Spitzenkragen und einer Fell-Stola. In der Hand hält er einen grünen Apfel.
Boy with Apple, von Johannes Van Hoytl der Jüngere. Künstler: Michael Taylor. 2014. Von DAS GRAND BUDAPEST HOTEL.

Darüber hinaus zu sehen sind die ikonischen 1950er-Jahre Retro-Automaten aus Asteroid City (2023), sowie der FENDI Pelzmantel von Margot Tenenbaum , getragen von Gwyneth Paltrow in „Die Royal Tenenbaums“ (2001). Ebenfalls ausgestellt sind Milena Canoneros preisgekrönte Kostüme aus Das Grand Budapest Hotel, für die sie 2015 den Oscar für Kostümdesign gewann. 

Drei Menschen stehen mit dem Rücken zum Betrachter und schauen sich Exponate in der Wes Anderson Ausstellung an. Die Kostüme, Bilder und Objekte sind vor einem leuchtend roten Hintergrund drapiert. Rechts im Bild ist ein langer, teuer aussehender Pelzmantel.
Kostüme im Museum. Rechts ist der FENDI Mantel. © Luke Hayes

Die Ausstellung in London ist „the place to be“ für alle, die die Liebe für Design und Kunst mit Wes Anderson teilen. Filmfans können sich über das Screening des Kurzfilms Durchgeknallt freuen, der in seiner Gänze in der Galerie gezeigt wird. 

Noch bis zum 26. Juli ist die Ausstellung im Design Museum London zu sehen.
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