Watches and Wonders 2026: Augen auf!

Einmal im Jahr treffen sich Uhrenliebhaber, Händler und Hersteller bei der „Watches and Wonders“ in Genf, um die besten und kostbarsten Zeitnehmer der Welt zu feiern. In den Hinterzimmern der Messestände werden Millionengeschäfte gemacht.

Um punkt acht Uhr öffnet die Messe ihre elektronischen Gates, um Gäste und Mitarbeiter der Uhrenmanufakturen einzulassen. Zu dem Zeitpunkt stehen schon hunderte Wartende geduldig vor den Kontrollpunkten in schier endlosen Schlangen. Wer hier zu den ersten Besuchern gehören will, muss viel Geduld mitbringen. Dieser Ort ist während der Messe der wahrscheinlich am besten gesicherte Platz Europas. Uhren für Millionen Euro, Einzelstücke und Sonderanfertigungen sind in den luxuriösen Messeständen zu bestaunen. Meist erhascht man nur auf gesonderte Einladung einen Blick auf sie. IDEAT war unter ihnen.

Rolex, Patek Philippe, Audemars Piguet, Chopard, Jaeger-LeCoultre, Vacheron Constantin, Cartier und viele mehr gehören zu den klangvollen Namen, die Anfang April ihre neuen Stars zeigen und damit ihre Marktstärke untermauern wollen.

Besonders der Auftritt von Audemars Piguet wurde von der Konkurrenz gefürchtet und von den Fans herbeigesehnt. Bisher war sich die Manufaktur aus Brassus im Vallé de Joux zu fein, um sich an der Leistungsshow zu beteiligen. In diesem Jahr feiern sie auf der Messe gleich mehrere Innovationen. Eine davon ist eine Reminiszenz an die eigene Geschichte.

Watches and Wonders 2026
Der Stand von Audemars Piguet.

Die Neo Frame, Springende Stunde, zitiert eine ähnliche Uhr, die die Schweizer schon in den 1920er Jahren gefertigt hatten. Damals waren die kleinen Sichtfenster auf der Stunden und Minutenanzeige erfunden worden, weil das Glas bei starker Beanspruchung ständig kaputt ging. Die Miniaturfenster konnten Druck besser aushalten. Heute zieren Roségold und Saphirglas das Juwel für 63.800 €. Die Neo Frame soll den Beginn einer ganzen Kollektion markieren.

Audemars Neo Frame
Die Audemars Neo Frame.

Rolex feiert in diesem Jahr vor allem seine Oyster, die erste wasserdichte Armbanduhr der Marke. Vor 100 Jahren wurde sie der Welt vorgestellt und wurde ein schier unglaublicher Erfolg. Unzählige Uhren-Kinder und Kindeskinder von ihr folgten. Heute explodieren die Farben zur Feier der Ikone auf dem Zifferblatt. Und in jeder Richtung lässt sich das Wort Rolex lesen. Selbstverständlich wird der quirlige Zeitmesser von etwas seriöseren Geschwistern flankiert, die in Gold und als Datejust erhältlich sind. Und da Rolex Kunden das Besondere feiern, gibt es in diesem Jahr die Zahl 100 auf der Krone. Man ahnt, Sammler werden dieses Detail lieben.

Rolex Jubilaeumsuhr
Die Jubiläumsuhr von Rolex.
Rolex 100 Krone
Die Jubiläumskrone im Detail.

Patek Philippe hingegen kommt bei seiner Nautilus nur auf 50 Jahre, doch auch diese Uhr ist jetzt schon legendär. Die vielleicht feinste aller Uhrenmarken stellte 1976 eine fast quadratische Sportuhr aus Stahl vor. Ein Bruch mit vielen Traditionen. Und anfangs ein Misserfolg. Doch Sammler bekamen bald mit, dass gerade dieser Bruch mit Traditionen Seltenheitswert hat.

Patek Messe
Die Patek Philippe Nautilus auf der Genfer Messe.

Auf Auktionen und in grauen Märkten erzielt die damals preiswerte Uhr heute astronomische Summen. Unter 100.000 Euro ist sie, in gutem Zustand, nicht zu bekommen. Nun wird die elegante Sportuhr wieder aufgelegt. Mit unterschiedlichen Armbändern für 69.529 € bis 86.905 €. Doch Kaufwillige, deren Namen nicht auf exklusiven Listen sind, werden chancenlos sein. Jede Fassung ist limitiert auf 2000 Stück. Nicht die Nachfrage regiert hier den Markt, sondern das begrenzte Angebot.

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