Mit seinem schwungvollen Debüt für das Modelabel Longchamp bringt Kunstschreiner Pierre Renart Design in Bewegung.
Die Nylontaschen des französischen Traditionshauses mit ihren schlanken Lederhenkeln sind Bestseller bei der Generation Z, den Millennials und ihren Müttern. Aber Longchamp-Möbel? Sie sorgten kürzlich in den Flagships der Marke für Aufsehen. Dort standen – oder besser bogen sich – die virtuosen Bänke und Stühle des Ebenisten Pierre Renart.

Bereits nach seinem Abschluss als Jahrgangsbester an der renommierten École Boulle in Paris wanderten seine geschwungenen Stücke direkt in die Sammlung des Musée des Arts décoratifs und des Mobilier national, einer Institution, die das Savoir-faire bewahrt und die Regierungspaläste der Republik einrichtet. Longchamp, seit 1948 im Besitz der Familie Cassegrain, beauftragte den Franzosen nun damit, seine Holzentwürfe mit Leder zu kombinieren.

Inspiriert von Naturformen fügt er in mühevoller Kleinarbeit hauchdünne Furniere zusammen, biegt sie in Schlaufen und Kurven, appliziert Lederauflagen und schafft so Sitzskulpturen, die aussehen, als wären sie aus einer einzigen fließenden Linie geformt. Mein Ziel ist es, Originelles aus Holz zu kreieren, das im Gegensatz zu seinem traditionellen, etwas starren Image steht, erklärt Pierre Renart. Longchamps Kreativdirektorin Sophie Delafontaine zeigte mir die Verwendung aller verschiedenen Lederarten. Es ist aufregend, dieses Fachwissen in meine Designs einfließen zu lassen.