Vor mehr als 100 Jahren ließ Jeanne de Rothschild ein Château im malerischen Chantilly nahe Paris erbauen – jetzt öffnete es als Schlosshotel Jeanne & The Forest: ein Rückzug mit Office-Option.
Abseits der lebhaften Straßen von Chantilly, bekannt für seine Pferderennen, Spitzenklöppelei und die nach dem Ort benannte Schlagsahne, liegt das Château Jeanne & The Forest in der grünen Idylle von Gouvieux.
Zwischen Wäldern und Wiesen erhebt sich das Anwesen wie ein stiller Beobachter der Zeit. Baronin Jeanne de Rothschild, eine Nachfahrin der berühmten Bankiersfamilie, ließ das Château de Montvillargenne Anfang des 20. Jahrhunderts als persönlichen Rückzugsort errichten und gestaltete es mit dem Blick einer Kennerin von Architektur und Landschaft.


Ihre Liebe zur Natur und Biologie spiegelte sich in den Gärten wider: Gewächshäuser, Rosenanlagen und eine Orangerie fügten sich zu einem Ensemble im italienischen Stil. Die freigeistige Adlige inspirierte die Transformation des historischen Komplexes in ein Luxusdomizil, das sich auch als »Workation«-Adresse etablieren soll.
»Gäste sind eingeladen, sich hier mit dem gleichen Gefühl wie Jeanne frei zu bewegen und mühelos zwischen Business und Freizeit zu wechseln«, erklärt Innenarchitektin Chantal Peyrat, die das Schloss im Auftrag der exklusiven Gruppe 369° Hôtels-Maisons umgestaltet hat – mit »No Work«-Räumen im rustikalen Charme und minimalistischen »Pro Work«-Zimmern, je nach Intention des Aufenthalts.


Letztere befinden sich im modernen Flügel des sechs Hektar großen Geländes, einem ehemaligen Werkstatt- und Schulungszentrum für Handwerker.
Das Schloss hat viele Leben hinter sich und wurde in verschiedenen Epochen von seinen jeweiligen Eigentümern erweitert. »Unsere größte Herausforderung bestand nicht darin, diese Schichten zu beseitigen, sondern sie miteinander in Dialog zu bringen«, so Peyrat, die die Eleganz der Belle Époque mit zeitgenössischer Ästhetik kombinierte.

Viele der ursprünglichen Dekorationen wie Zierleisten, Kamine und Parkettböden wurden restauriert und durch spielerisch-poetische Interventionen sanft in die Gegenwart überführt. So entstand ein Ort, an dem Arbeit und Savoir-vivre harmonisch zusammenfinden – ganz im Sinn seiner einstigen Schlossherrin.