Ein Haus, ein Komponist – und die Frage nach dem richtigen Ton. Die Kooperation zwischen Krug Champagner und Max Richter beginnt nicht mit einem Event, sondern mit einer gemeinsamen Einstellung. Beide eint die Überzeugung, dass Größe im Detail entsteht. Dass Intensität nicht aus Lautstärke, sondern aus Struktur wächst. Und dass jede Note, ob im Glas oder im Notensystem, Verantwortung trägt.
Im Zentrum des Dialogs steht der Jahrgang 2008. Für Krug ein Jahr von kühler Klarheit und kompromissloser Präzision. Kellermeisterin Julie Cavil entwickelte daraus drei eigenständige Cuvées: den Clos d’Ambonnay 2008, den Krug 2008 und die Grande Cuvée 164ème Édition, komponiert aus 127 Weinen aus elf Jahren.

Richter reagierte darauf nicht mit einer gefälligen „Vertonung“, sondern mit drei eigenständigen Kompositionen. „Clarity“ übersetzt die radikale Reinheit des Clos in ein konzentriertes Solostück. Ein kammermusikalisches Werk reflektiert die Balance des Jahrgangs 2008. Und eine orchestrale „Sinfonia“ spiegelt die Vielstimmigkeit der Grande Cuvée.

Das Projekt trägt den programmatischen Titel „Krug from Soloist to Orchestra in 2008 (Act 2)“. Es beschreibt den Weg vom Einzelnen zum Ensemble – eine Denkweise, die sowohl das Komponieren als auch die Kunst der Assemblage bestimmt.
Ihre Weltpremiere feierte die Zusammenarbeit im Februar 2026 im Londoner Roundhouse. Ein ehemaliger Lokschuppen als Resonanzraum für ein Projekt, das weniger auf Inszenierung als auf Synchronität setzt.

