Was haben Snoopy, aufgeblasene Nashörner und Berggorillas gemeinsam? Alle drei symbolisieren menschliche Charaktere. Dabei sind die Geschöpfe dieser vier Ausstellungen keinesfalls nur niedlich anzusehen. Vielmehr tragen sie Botschaften in sich, die uns anrühren. Lassen Sie sich überraschen.
IN DER ALBERTINA HABEN COMICHELDEN DAS SAGEN

Allen voran die Skulpturen von KAWS, dem vom Graffitisprayer zum Kunstpopstar avancierten Amerikaner. Sein Markenzeichen: durchkreuzte Augen, wie bei der Snoopyfigur Five Suspects, 2016, und dem Glupschaugen-Bär Time off, 2021.
Rund um KAWS’ global gehypte »Companions« tummeln sich andere Cartoonwesen – von Jean-Michel Basquiat und Keith Haring bis zu asiatischen Mangas. Mit ihren eingängigen Looks sprechen sie die Gemüter an – in einer immer schneller durchdrehenden Welt.
KAWS. ART & COMIX.
Albertina Modern, Wien, bis 27.09.2026.
albertina.at
WILLKOMMEN IM REICH DER TIERE!

In dem Privatmuseum halten sie uns den Spiegel vor: Verblüffend menschliche Züge zeigt François-Xavier Lalannes imposanter Bronzegorilla Singe Avisé, 2005–2008, unbedarfte Zufriedenheit der Ziegenbock auf Marc Chagalls L’ âne vert, ca. 1936.
Mehr als 100 Kunstwerke aus der Sammlung der Kaufhaus-Erbin Heidi Goëss-Horten lenken den Blick auf tierische Eigenschaften wie Wildheit, bestialische Angst und Verlangen, die jedem bekannt vorkommen dürften.
ANIMALIA. VON TIEREN UND MENSCHEN.
Heidi Horten Collection, Wien,
bis 30.08.2026.
hortencollection.com
HINTER JEDER ECKE LAUERT GEFAHR

Jedenfalls in dieser höchst ungewöhnlichen Schau. Dort wartet der Baumsteigerfrosch, der zum Schutz vor Feinden Insektengift in seiner Haut speichert.
Und die Kobra, die mit Neurotoxin Glieder lähmen kann. Aber auch der Fingerhut, dessen Substanz in homöopathischer Dosis Herzschwäche heilt.
Eine Expedition ins Reich der Gifte, die uns nicht zuletzt die tödlichen Gefahren von Umweltsünden vor Augen führt.
GIFT – TÖDLICHE GABEN.
Museum Wiesbaden, Hessisches Landesmuseum für Kunst und Natur, bis April 2027.
museum-wiesbaden.de
NEIN, KEIN KI-BILD, SONDERN EIN WAHRHAFTIGES NASHORNv

quetscht sich neuerdings (als Installation) in das mittelalterliche Kirchenschiff des Kunstmuseums Magdeburg. Neun Meter hoch und 16 Meter lang, passt es gerade so zwischen die romanischen Arkaden.
Mit dem aufgepumpten, unschuldig weißen Mehrtonner spielt der deutsch-israelische Künstler Itamar Gov auf die hebräische Formulierung »sich rhinozerisieren« an, die Menschen und Gesellschaften mit autoritären Vorhaben beschreibt – bis ihnen die Luft ausgeht.