Die Outdoor-Ausstellung „Don’t call me collectible!“ verwandelt ein Anwesen in der Toskana in eine Open-Air-Galerie, in der selbst Sammler erst einmal nur Staunen sollen.
»ALLES IST ERLAUBT, SOLANGE DER FANTASIE RAUM GELASSEN WIRD!«
Das Zitat von Carlo Mollino bringt das Credo des Projekts Vestigia auf den Punkt: Losgelöst von jeglichen Kategorien nehmen die wundersamen Kreationen der Schau Don’t call me collectible! die Gärten der Villa Marie ein, eine von den belgischen Philanthropen Marleen und Luc Van Marcke aufwendig restaurierten Anlage nahe des malerischen Dorfs Vorno, südlich von Lucca.


Unter Pergolen und im See, in Gewächshaus und Amphitheater verteilen sich Objekte italienischer Kreativer: Silberne Vasen in Form von Röhrenkorallen, Tische mit Fischbeinen am Pool und Spiegelskulpturen auf dem Tennisplatz. Kurator Cosimo Bonciani streift mit der Hand durch einen Lavendelstrauch: »Sogenanntes Collectible Design ist weltweit in den Fokus gerückt, positioniert zwischen handwerklich anspruchsvollem Möbel, Kunstobjekt und Skulptur. Wir wollen die Exponate der Ausstellung jedoch von kommerziellen Gedanken lösen – zurück zu purem Schaffen, Forschen und Entdecken.«


Doch auch die Initiatoren haben einen Begriff für ihre Objektauswahl erfunden: Research Design. Er soll Dinge umfassen, die durch zahlreiche Einflüsse geformt werden, aus Erinnerungen, Sehnsüchten, Materialwissen und handwerklichem Know-how. Die Schau Vestigia will sich vom Sammlerdesign abgrenzen. Weg vom Konzept des limitierten Luxusprodukts, hin zu zweckbefreiter Kreativität. Klar ist immerhin eines: das Projekt beschert Toskanaurlaubern eines der stimmungsvollsten Ziele des Sommers.