Vestigia: Collectible Design zieht in die toskanische Villa

Die Outdoor-Ausstellung „Don’t call me collectible!“ verwandelt ein Anwesen in der Toskana in eine Open-Air-Galerie, in der selbst Sammler erst einmal nur Staunen sollen.

»ALLES IST ERLAUBT, SOLANGE DER FANTASIE RAUM GELASSEN WIRD!«

Das Zitat von Carlo Mollino bringt das Credo des Projekts Vestigia auf den Punkt: Losgelöst von jeglichen Kategorien nehmen die wundersamen Kreationen der Schau Don’t call me collectible! die Gärten der Villa Marie ein, eine von den belgischen Philanthropen Marleen und Luc Van Marcke aufwendig restaurierten Anlage nahe des malerischen Dorfs Vorno, südlich von Lucca.

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Auf dem verspiegelten Monolith Altera von Costantino Gucci vereinen sich Licht, Schatten, Wasser und Vegetation. Die Landschaft bespielt die Oberfläche, lässt sie mal mit dem Hintergrund verschmelzen, mal gleißend aufblitzen – viel schöner als im weißen Ausstellungsraum. © DARIO BORUTTO.
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Markante Cut-outs verleihen dem Metalltisch Silös von Tommaso Spinzi Leichtigkeit. © DARIO BORUTTO.

Unter Pergolen und im See, in Gewächshaus und Amphitheater verteilen sich Objekte italienischer Kreativer: Silberne Vasen in Form von Röhrenkorallen, Tische mit Fischbeinen am Pool und Spiegelskulpturen auf dem Tennisplatz. Kurator Cosimo Bonciani streift mit der Hand durch einen Lavendelstrauch: »Sogenanntes Collectible Design ist weltweit in den Fokus gerückt, positioniert zwischen handwerklich anspruchsvollem Möbel, Kunstobjekt und Skulptur. Wir wollen die Exponate der Ausstellung jedoch von kommerziellen Gedanken lösen – zurück zu purem Schaffen, Forschen und Entdecken.«

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Mit einem Couchtisch samt Untertassen- und Löffelablage aus Carrara-Marmor in Sahnetortenoptik setzt Francesco Doria Kaffeepausen ein Denkmal. © DARIO BORUTTO.
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Langbeinige Wesen namens Silenti aus Geolite-Mineral von Jonathan Bocca (in Kooperation mit OMBRE-1) grasen vor der Villa und erhellen abends mit ihren Leuchtköpfen die Umgebung. © DARIO BORUTTO.

Doch auch die Initiatoren haben einen Begriff für ihre Objektauswahl erfunden: Research Design. Er soll Dinge umfassen, die durch zahlreiche Einflüsse geformt werden, aus Erinnerungen, Sehnsüchten, Materialwissen und handwerklichem Know-how. Die Schau Vestigia will sich vom Sammlerdesign abgrenzen. Weg vom Konzept des limitierten Luxusprodukts, hin zu zweckbefreiter Kreativität. Klar ist immerhin eines: das Projekt beschert Toskanaurlaubern eines der stimmungsvollsten Ziele des Sommers.

Via della Boccaccia 50, Vorno (Lucca), bis 26.09.26
villamarie.it