Opulent, groß und sammelwürdig: unsere Auswahl der schönsten Bildband-Neuerscheinungen für den Coffeetable – zum Aufschlagen und Drüberreden.
HERBST-HINGUCKER

Pünktlich zur Saison erscheint Mitte Oktober dieser opulente Band rund um Pilze – ein Fest fürs Auge, kein Bestimmungsbuch. Francesca Gavin ordnet die Bilder nicht chro-nologisch, sondern in Paaren: ein viktorianisches Aquarell neben einem Filmstill, eine Keramik neben einem Kinderbuchmotiv. Das Buch will geblättert, nicht gelesen werden.
Fungi: The World of Mushrooms. F. Gavin, 232 Seiten, englisch, Phaidon, 32 Euro.
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SCHNAPPSCHUSS IN ÖL

Kate Waters malt, was die Kamera nur für einen Sekundenbruchteil festhält – und dehnt diesen Augenblick in Öl auf Formate, die ihn plötzlich monumental wirken lassen. Die gebürtige Kanadierin, seit mehr als drei Jahrzehnten in Düsseldorf ansässig, sammelt ihre Motive auf Reisen: Menschen im Vorbeigehen, Szenen am Rand des eigentlichen Geschehens. Was im Moment unscheinbar wirkte, verlangt auf der Leinwand plötzlich Aufmerksamkeit. Es entstehen Bilder, die zwischen Nähe undDistanz oszillieren – vertraut und fremd zugleich. Ein Band, der zum genauen. Hinsehen einlädt.
Up My Street. Kate Waters, 176 Seiten, deutsch, englisch, Kerber, 42 Euro
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NATÜRLICH SCHÖN

Graeme Corbett betreibt ein Blumenstudio in Kent und ist bekannt für leicht wilde Sträuße statt steifer Floristik. In diesem Band führt der Brite durch die Jahreszeiten: Dahlien im Herbst, getrocknete Zweige im Winter, Narzissen im Frühling, Pfingstrosen im Sommer. Zu jeder Blume gibt es Anbau- und Schnitttipps, dazu Anleitungen zum Arrangieren. Wer Corbetts Instagram (@bloomandburn) kennt, weiß,was ihn erwartet: viel Naturbelassenheit, wenig Perfektion.
Blütenrausch. Graeme Corbett & Carmen Hindemith, 224 Seiten, Gerstenberg, 32 Euro.
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DREISSIG AUS TAUSEND

Marrakesch ist längst kein Hippie-Geheimnis mehr, umso mehr lohnt sich dieser schmale Band aus einer Reihe, die es auch über L.A., Venedig und Kyoto gibt. Zohar Benjelloun und Fabrice Nadjari, beide seit Jahren Marrakesch-Pendler, haben rund tausend Orte durchstreift und nur dreißig davon für gut genug befunden. Das Ergebnis ist kein Reiseführer im klassischen Sinn, sondern eine Sammlung von Zufällen, die man selbst nie gefunden hätte: eine Übernachtung bei traditionellen Gnawa-Musikern, ein Museum, in dem tatsächlich alles verkäuflich ist, ein Palmenhain-Hotel, das zugleich Vogelschutzgebiet ist – oder die geheime Bibliothek von Yves Saint Laurent.